Wirtschaftskrise und Kreativität

Autor: Dr. Herbert A’ziem Laa, Köln

Im zweiten Teil der „Trilogie“ geht es um die Neuausrichtung in Krisensituationen. Eine Krise birgt immer die Möglichkeit in sich, neue Wege zu gehen und das Alte, das nicht mehr funktioniert hinter sich zu lassen. Im ersten Teil ging es um den Sinn von Krisen, im dritten Teil geht es um die Durchführung.Phasen der Krisenbewältigung

Üblicherweise kennt man vier Phasen der Krisenbewältigung. Die erste Phase ist der Schock. Kommt es zu einer ernsthaften Krise, geraten die Menschen üblicherweise in einen Schockzustand. So wie die Maus vor der Schlange. In dieser Phase „geht gar nichts mehr“. Man ist handlungsunfähig.

Wenn man langsam aus diesem Schockzustand aufwacht, kommt man in die zweite Phase. Durchtauchen. Man geht davon aus, dass die Krise irgendwann zu Ende sein wird und man dann zum üblichen Alltagsleben zurückkehren kann.

Diejenigen, die erkennen, dass die Krise nur dann zu Ende ist, wenn man sie selbst beendet, kommen in die dritte Phase. Sie sehen die Krise als Chance und machen das Beste daraus. In dieser Phase geht man immer noch davon aus, dass man den alten Zustand wieder herstellen kann. Das sind jene, die retten, was zu retten ist und dafür kämpfen. In unserer Zeit etwa die Politiker, die durch Konjunkturpakete die Wirtschaft und das Geldsystem retten wollen. Oder diejenigen Führungskräfte, die durch neue Strategien und harte Controlling Maßnahmen das Unternehmen zu retten versuchen.

Erst wenn man erkannt hat, dass alle Rettungsmaßnahmen letztendlich nichts nützen, kommt man in die vierte Phase. Man geht einen neuen Weg. Erst dann, wenn man erkannt hat, dass jede Ära ein Ende hat, so wie jedes Leben mit dem Tod endet, ist man bereit für einen neuen Weg. Keine Hochkultur, kein Unternehmen, sei es noch so groß, hat es jemals geschafft, ewig zu leben. GM ist ein gutes Beispiel. Vor 20 Jahren hatte das einst größte Unternehmen der Welt 538000 Mitarbeiter. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens sollen es noch 68500 sein. Was auch immer mit GM geschieht, es ist in keinem Fall mehr das, was es früher war. Diejenigen, die die Zeichen der Zeit erkennen, gestalten sie neu. Das ist ein uraltes Grundgesetz, das sich auch niemals ändern wird. Neugestaltung bedeutet alle Rettungsversuche aufzugeben und einen grundlegend neuen Weg zu gehen, den man noch nicht kennt. Das ist wahrer Pioniergeist.

Pioniergeist ist keine Verstandessache, sondern eine Herzenssache. Pioniergeist bedeutet nicht mehr an dem, was man erreicht hat zu hängen, sondern sich total für einen neuen Weg einzusetzen. Sei es nun für das eigene Leben, ein Unternehmen, einen Staat, was auch immer. Einen solchen Weg einzuschlagen ist natürlich kein Sonntagsspaziergang im Park, sondern ein Weg durch den Dschungel.

Zum Pionier wird man nicht, indem man sich der Angst und dem Druck beugt. Beugt man sich der Angst und dem Druck, kommt man immer wieder in die alten Muster. Man verfällt immer wieder in den Mechanismus das Erreichte erhalten zu wollen, arbeitet hart daran, und scheitert letztlich. Es ist unser Verstand, der uns in diesen Mechanismus bringt, er hält an alten Vorstellungen fest und glaubt nicht daran, dass wir eine bessere, viel schönere Welt gestalten können.

Wie schwer es ist, aus diesen Muster auszusteigen, zeigt eine kleine Übung. Auf folgender Website http://www.visionintoaction.de/2007/10/31/linke-rechte-gehirnhaelfte/ sehen Sie eine Tänzerin. Sie dreht sich beim Tanzen in eine Richtung. In welche Richtung sie sich dreht, hängt allerdings davon ab, welche Gehirnhälfte man aktiviert hat. Sieht man die Tänzerin im Uhrzeigersinn drehen, ist die rechte Gehirnhälfte (Intuition) aktiv. Sieht man sie gegen den Uhrzeigersinn drehen, ist die linke Gehirnhälfte (Logik) aktiv.

Versuchen Sie nun „die Drehrichtung zu ändern“. Sie können während des Hinsehens die Tänzerin einmal nach links und einmal nach rechts drehen lassen. Dies funktioniert aber nicht willentlich. Ich kann nicht sagen: „dreh dich jetzt nach links oder dreht dich jetzt nach rechts. Die Drehrichtung kann man nur ändern, wenn es zulässt, den Verstand ausschaltet und sich einer anderen Ebene der Beeinflussung öffnet, die in uns ist.

Darüber hinaus gibt es aber noch eine dritte Möglichkeit. Wenn Sie „über das Drehen“ hinausschauen, werden Sie erkennen, dass sich die Tänzerin immer nur hin und her bewegt. Die Vorstellung, dass sie sich dreht, entsteht im Kopf. Sie ist nicht real. Sie ist eine Fiktion.

Genau das gleiche geschieht in Krisen. Der Kopf interpretiert die Situation, macht „sein eigenes Ding“ daraus und versetzt uns in Angst und Schrecken. Nur diejenigen, die sich davon „nicht beeindrucken lassen“, die auf ihr Herz hören und nicht auf den Verstand, gestalten die Zukunft neu.

Wie kommt man dazu, auf sein Herz zu hören?

Das Herz schreit nicht laut. Die „Stimme des Herzens“ ist eher leise. Man hört sie dann, wenn man sich in Stille begibt, in die Natur, sich nicht von den „Schreckensszenarien“ des Verstandes in die Irre führen lässt. Die Stimme des Herzens braucht Aufmerksamkeit und die ehrliche Absicht Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Die Stimme des Herzens beschuldigt auch niemanden, am wenigsten sich selbst. Die Stimme des Herzens kennt vor allem Mitgefühl und Liebe. Niemand ist zu verurteilen, niemand muss dafür büßen.

Probieren Sie es aus: wenn in Ihnen das Gefühl und die Vorstellung aufkommt, ich muss unbedingt das und das tun, sonst geschieht was Furchtbares. Gehen Sie in einer solchen Situation in den Wald, an einem See oder sonst wohin in die Natur. Setzen Sie sich hin, nehmen Sie die Stille und den Frieden der Natur auf, geben Sie ihren Gedanken keine Aufmerksamkeit. Tun Sie das so lange, bis es in Ihnen still geworden ist. Dann meldet sich die Stimme des Herzens. Wenn sich die Stimme des Herzens meldet, wird es in Ihnen ruhig, statt irgend etwas tun zu müssen, kommen neue Ideen, neue Sichtweisen.

Ein Freund von mir kam eines Tages völlig aufgelöst zu mir. „Alle meine Schlüssel sind weg“, sagte er ganz aufgeregt. „Nicht nur die vom Haus, sondern auch die vom Büro. Da ist ein Generalschlüssel auch dabei. Man kann überhall hinein, wenn man diesen Schlüssel hat. Ich muss sofort anrufen. Die müssen alle Schlösser austauschen. Gestern war ein Mann bei mir, der meinen Computer neu konfiguriert hat, seit dem ist der Schlüssel weg. Wahrscheinlich hat er ihn genommen.“

„Setzt dich erst mal hin“, sagte ich zu ihm, „in der Hektik, in der du bist, musst du im Augenblick gar nichts tun“. Wir setzten uns gemeinsam hin, schlossen die Augen und wurden zunächst einmal ruhig. Nach einigen Minuten, ging es ihm besser. Er war nicht mehr so aufgeregt. Ich schlug ihm vor, einen kleinen Waldspaziergang zu machen, doch das lehnte er ab, dafür war er doch noch zu aufgeregt.

„Ich gehe nochmals zu mir hoch, ich schaue nochmals in meinen Arbeitszimmer“, sagte er. Nachdem er in seinem Arbeitszimmer ankam, stellte er sich in die Mitte des Zimmers. Auf einmal fiel sein Blick auf eine kleine Tasche. Er holte die Tasche und siehe da, da war der Schlüssel drinnen. Er hatte ihn selbst dort hinein gegeben, weil er am nächsten Tag auf Urlaub fahren wollte. Das hatte er vergessen und sein „Verstand hat ihm diesen Streich gespielt“.

Jeder kann nun für sich selbst überlegen, wie oft er/sie schon in einer vergleichbaren Situation war. Die Fähigkeit in die Stille zu kommen ist die Fähigkeit, sein eigenes Potential, seine eigene Kreativität zu nutzen und damit das eigene Leben zu gestalten.

Das Geld kommt im Gehen

Menschen sagen mir immer wieder: wenn ich Geld hätte, dann würde ich das und das tun. Ich würde mich selbständig machen, ich würde ein Haus bauen, ich würde einen anderen Job machen, ich würde reisen, etc.

Ich sage: man braucht kein Geld, um seine Herzenswünsche zu erfüllen. Wenn man auf die Stimme seines Herzens hört, geht man seinen eigenen Weg. Man wartet nicht, bis man genug Geld hat, um das oder jenes zu tun. Man tut es einfach.

Sämtliche großen Unternehmen auf dieser Erde sind so entstanden. Weder Bill Gates, noch Henry Ford haben darauf gewartet, bis sie genug Geld hatten. Sie fingen einfach damit an. Man geht Schritt um Schritt. Erst den ersten, dann den zweiten, dann den dritten usw. Henry Ford hat 1908 nicht den Ford T mit der Absicht hergestellt, 15 Millionen Fahrzeuge zu produzieren. Das war zu diesem Zeitpunkt jenseits aller Vorstellungskräfte.

Sie müssen jetzt auch keinen Weltkonzern gründen. Was ich mit diesem Beispiel sagen will ist: niemand braucht darauf zu warten, bis man genug Geld oder andere Ressourcen hat, um das zu tun, was einem wirklich wichtig ist.

Jeder kann damit in diesem Augenblick anfangen. Hier und jetzt. Wie? Entscheiden Sie sich dafür, ab jetzt ihrem Herzenswunsch zu folgen. Und zwar nicht willentlich, sondern aus ihrem Herzen heraus. In der Art und Weise, wie man die Tänzerin von der einen Drehrichtung in die andere tanzen lassen kann.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihrem Herzenswunsch zu folgen, werden sich Tore auftun. Es werden Menschen in Ihr Leben kommen, die Sie dabei unterstützen. Es werden Hindernisse auftreten, die Sie prüfen, ob Sie es wirklich ernst meinen.

Der 3. Teil der Trilogie beschäftigt sich mit der Umsetzung der Herzenswünsche. Bis dahin wünsche ich Ihnen aufschlussreiche Dialoge mit „Ihrem Herzen“.

Dr. Herber A’ziem Laa
Ich unterstütze Sie bei der Umsetzung Ihrer Herzenswünsche
mail@herbertlaa.com
www.herbertlaa.com (geht Mitte Juli Online)

1 Antwort auf “Wirtschaftskrise und Kreativität”

  1. Stefan Wehmeier sagt:

    2010: vom Betriebssystem Gott zum Betriebssystem Mensch

    Nein, wir kommen 2009 nicht aus der Krise. Im Gegenteil - sollte es nicht gelingen, bis 2010 die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verwirklichen, kommen wir nie mehr aus der Krise!

    Warum hat John Maynard Keynes 1944 auf der Bretton-Woods-Konferenz eine internationale umlaufgesicherte Währung (Bancor) vorgeschlagen? Weil Keynes wusste, dass Silvio Gesell Recht hatte, und dass - sollte weiterhin Zinsgeld verwendet werden - die Weltwirtschaft auf die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) zusteuern würde. Also: Herzlichen Glückwunsch – wir stehen unmittelbar davor! Denn religiös Verblendeten fällt es unendlich schwer, sechs Gleichungen mit neun Unbekannten zu lösen:

    (001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.

    (106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: “Berg, hebe dich hinweg!”, wird er verschwinden.

    (113) Seine Jünger sagten zu ihm: “Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?” Jesus sagte: “Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: “Siehe hier oder siehe dort”, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.” ***

    (Nag Hammadi Library / Thomas-Evangelium)

    Einzig sinnvolle Lösung:

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung

    (Die originale Heilige Schrift - die “heilige Bibel” nur bis Genesis 11,9 - bezieht sich immer zuerst auf die ganze Kultur und erst danach auf den einzelnen Kulturmenschen!)

    Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

    Wäre Jesus der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die “heilige katholische Kirche” degradierte, wüssten wir heute gar nicht, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Die “Moral” ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Makroökonomie die Gesellschaft in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg unvermeidlich. Andererseits: sind leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.

    Mit freiwirtschaftlichem Gruß

    Stefan Wehmeier

    *** “Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.”

    Silvio Gesell

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